Keine Uni der AfD!

giphy

Dienstag, 6.12.2016 ab 17:30 Uhr, Albertus-Magnus-Platz: Erst Kundgebung dann alle in die Aula 2 des Hauptgebäude!

Für den kommenden Dienstag, den 6.12. hat die Die Kölner Studierendenzeitung (KSZ) eine politische Diskussionsveranstaltung angekündigt, die den Studierenden Informationen über die im Mai anstehende Landtagswahl geben soll. Eingeladen hat sie neben VertreterInnen anderer Parteien auch Marcus Pretzell, den NRW-Vorsitzenden der AfD.

„Im Dialog mit einem autoritären Rassisten hofft die KSZ, die AfD zu entlarven. Doch mit der Einladung wird erneut einem Rechtspopulisten eine Bühne gegeben, die zur Legitimation und Normalisierung von rechtem Gedankengut führt.“, so Miriam Bratschick, Sprecherin des Antifa AK Kölns.

„Zusammen mit vielen anderen antirassistischen Initiativen und hochschulpolitischen Gruppen haben wir deshalb die KSZ aufgefordert Pretzell auszuladen“, fährt die Antifaschistin fort. Die Redaktion der KSZ halte an der Veranstaltung fest und begründe das Ganze jetzt auch noch damit,dass die AfD nicht vom Verfassungsschutz beobachtet wird und damit demokratisch sei.

„Ob RassistInnen und RechtspopulistInnen demokratisch gewählt werdenoder nicht, ist für uns nicht von Relevanz. Wie gut die Strategie der „kritischen Einbindung“ funktioniert, lässt sich am Beispiel der FPÖ zeigen, die in Österreich kurz davor steht, den Präsidenten zu stellen. Auch der Wahlsieg von Donald Trump in den USA sollte eigentlich verdeutlichen, dass es höchste Zeit ist zu handeln. Wir müssen uns den Rechten entgegenstellen, wo sie auftauchen.“, so Bratschick.

Im Rahmen von Birlikte vergangenen Sommer war ein ähnliches Thema Frage der Podiumsdiskussion, nämlich die nach dem Umgang mit den hierher fliehenden Menschen. So lautet ein Thema der Veranstaltung ‚Wie können Hochschulen bei der Integration von Flüchtlingen helfen?‘. Die AfD als autoritäre und rassistische Partei ausgerechnet zu diesem Thema zu befragen, sei zusätzlich abstrus.“Warum statt Menschen, die Fluchterfahrungen machen mussten, nun eine Gruppierung eingeladen wird, die gewaltsame Politik gegen sie befürwortet, weiß wahrscheinlich nicht mal die KSZ, uns bleibt es auch weiterhin ein Rätsel.“ so die Sprecherin weiter.

Im Sommer hatten AntifaschistInnen für Furore gesorgt, nachdem durch entschlossenen Protest, der Auftritt des ehemaligen AfD Sprechers Konrad Adam beim Birlikte Straßenfest abgesagt werden musste. Auch jetzt ist Protest angekündigt. Am Abend der Veranstaltung wird es eine Kundgebung vor dem Hauptgebäudeder Uni geben. „Wir hoffen, dass die KSZ noch Einsicht zeigt und Marcus Pretzel einfach auslädt, falls nicht, werden AntirassistInnen ihren Protest im Hörsaal lautstark zum Ausdruck bringen.“, fährt Bratschick fort.

„Wir haben schon jetzt von einem Polizeieinsatz, Securities und Taschenkontrollen gehört. Wenn die bürgerliche Demokratie durch Knüppel gegen Studierende geschützt werden muss, wäre das sogar an der Universität zu Köln eine Sensation. Wir werden da sein, mit uns ist der Auftritt eines Rechten nicht zu haben.“, so Miriam Bratschick abschließend.

Keine Zukunft ist auch keine Lösung! Input und Diskussion

conference_plakatKeine Zukunft ist auch keine Lösung!
Digitalisierung und Kommunismus – eine Einführung mit TOP B3RLIN

Mittwoch, 9. November 19:00 – 21:00 | LC 36 (Ludolph-Camphausen-Straße 36)

Wir könnten uns als Linke ja mal wieder mit Technologie beschäftigen: Web 2.0 ist längst Geschichte und wir Linken sind meistens noch immer eher so Windows 98. Dabei haben viele Bereiche unseres Lebens mit digitalen Technologien zu tun. Eigentlich fast alle. Von Facebook bis Blutzuckerspiegelmessung und von Online-Versand bis Vorratsdatenspeicherung, vom Self-Service im Supermarkt bis zum Roboterarm bei Daimler, von Netflix über Parship bis zur Online-Plattform der Agentur für Arbeit – ob wir wollen oder nicht, kaum ein Lebensbereich, der nicht digitalisiert, ausgewertet, umgekrempelt, neugebaut wird. Statt damit aber der Utopie eines freieren Leben näherzukommen, wie uns die Propheten des Silicon Valley noch immer zurufen, bleibt die Welt, in der wir leben, eine der Gängelung und des Arbeitszwangs, der verschärften Kontrolle und unerbittlichen Selbstoptimierung. Wetten auf die Gewinnträchtigkeit der Zukunft werden in Echtzeit verwaltet und in die Gegenwart implementiert – das Kapital zirkuliert schneller und dringt zugleich bis in die scheinbar intimsten Bereiche unserer Existenz ein.

Ein Zurück gibt es allerdings nicht, schon allein deshalb, weil auch das Gestern für die Allermeisten ziemlich scheiße war: Keine Zukunft ist eben auch keine Lösung. Es gibt aber auch deshalb kein Zurück, weil wir die andere Welt nur ausgehend von der Welt, in der wir leben und miteinander interagieren, überhaupt erringen und errichten können: Sie gilt es zu verstehen. Zur Vorbereitung auf Reproduce(future) – 4. ums Ganze! Kongress, der vom 24.- 26. November in Hamburg stattfindet, wollen wir an Beispielen zeigen, wie und wo alte Spannungen und Widersprüche des Kapitalismus sich durch die Techniken des Digitalen reproduzieren.

Und wir wollen mit Euch diskutieren, wo eine kommunistische Kritik ansetzen muss, wie wir mit ihr endlich die Maschinen – und damit uns – vom Kapitalismus befreien können.

Germany is coming home – Gegen die Einheitsfeier in Dresden

Mobivortrag gegen die Einheitsfeier in Dresden
Samstag, 17. September 2016 | 19:00 Uhr | LC36 | Ludolph-Camphausen-Straße 36 (Bhf. West)
3.10.2016 Banner Dresden
Am 3. Oktober will sich die deutsche Nation wieder selbst feiern – dieses Jahr unter dem Motto „Brücken bauen“ in Dresden. Sachsen wurde durch Pegida, Anschläge auf Geflüchtetenunterkünfte und den immer wieder wütenden rechten Mob zum Sinnbild des Rechtsrucks in Deutschland. Und noch viel mehr: Die Landeshauptstadt Dresden ist zum Symbol und Ausgangspunkt der Restauration des neuen deutschen Nationalismus geworden. Die Brücken, die hier gebaut werden, verbinden letztendlich völkische, rassistische und nationalistische Kräfte zu einem Konsens von Abschottung, Armut und Ausgrenzung. Das Dresdner Bündnis “Solidarity without limits – Nationalismus ist keine Alternative” ruft zu Protesten vom 2.-3.10. auf. Warum diese notwendig sind, welche Planungen es gibt und wie sonst Perspektiven linksradikale Politik in Dresden aussehen, soll während der Veranstaltung besprochen werden. Also: Sachsen lädt ein: Let‘s crash their party!

Eine gemeinsame Anreise aus Köln ist in Planung.
Fahrt mit! Meldet euch bei uns uns!

Birlikte AfD Birlike Antifa Aktion

Debattenbeitrag zum Umgang mit der AfD

Im ND Bewegunsblog läuft zur Zeit eine Debatte zum Umgang mit gesellschaftlichen Rassismus und der AfD. Im Nachgang der verhinderten AfD-Veranstaltung bei Birlikte, ist jetzt unser Diskussionsbeitrag erschienen.

Nicht dumm machen lassen!

Eine Strategie gegen AfD, FPÖ und Front National muss die gesellschaftspolitischen Entwicklungen ins Zentrum ihrer Kritik setzen, meint die Kölner Gruppe »Antifa AK« und formuliert konkrete Vorschläge.

Die AfD ist nicht die NPD, vor allem nicht in der öffentlichen Wahrnehmung. Dass die AfD nahezuzu jeder Talkrunde eingeladen wird, macht ihre Positionen hoffähig. Inzwischen haben diverse linksliberale, linke und antifaschistische Gruppen ihre Ansichten zu einer Strategie gegen die AfD vorgestellt, dennoch gibt es unserer Ansicht nach erheblichen Klärungsbedarf, wie wir am Beispiel der Einladung des AfD-Mitbegründers Konrad Adam zum antirassistischen Kölner Kulturfestival »Birlikte«, den Protesten dagegen und den öffentlichen Reaktionen aufzeigen wollen.

Ein Gegner – zwei Strategien?

Die Verhinderung des Auftrittes von Konrad Adam in Köln rief in der lokalen bürgerlichen Presse einen Sturm der Entrüstung gegen die antifaschistische Bewegung hervor. Teile der Kölner Kultur- und Medienelite hatten im Rahmen des Birlikte-Festes nach eigenem Verständnis den AfD-Mitbegründer eingeladen, um sich mit den AfD-Positionen im gleichberechtigten Gespräch »auseinanderzusetzen«.

Damit waren sowohl die Initiative »Keupstraße ist überall«, VVN und die Grünen als auch diverse Antifagruppen nicht einverstanden. Bereits Wochen vor »Birlikte« entbrannte eine öffentliche Diskussion über die Veranstaltung mit einem Vertreter der AfD. Letztlich führten weder Gespräche, noch öffentliche Proteste zu einem Umdenken bei den Veranstalter_innen, WDR und Schauspiel Köln. Die Berichterstattung über die Verhinderung der Veranstaltung glich in den folgenden Tagen einer Hexenjagd. Der antifaschistischen Intervention wurde »undemokratisches« Verhalten und Diskussionsverweigerung vorgeworfen und de facto extrem rechte Positionen der AfD von Teilen der Presse als demokratisch legitimiert. Weiterlesen

30.6. VA: Mit Moskau gegen die USA?

Die Russland-Strategien der (extremen) Rechten in Westeuropa

Donnerstag, 30. Juni 19:00 | Alte Mensa, Universitätstr 16b (Seiteeingabg des AStA-Café Gebäudes)

aspekte-va-reiheRussland ist wieder ein Thema in der äußersten Rechten. Die AfD knüpft Kontakte zu Vertretern der Putin-Partei „Einiges Russland“. Deren Jugendorganisation diskutiert über eine Kooperation mit der „Jungen Alternative“. Tausende Russlanddeutsche gehen in der Bundesrepublik gegen „Ausländerkriminalität“ auf die Straße. Und auch außerhalb Deutschlands tut sich einiges: Der französische Front National erhält Millionenkredite aus Moskau, und die FPÖ reist zu Gesprächen mit hochrangigen Politikern in die russische Hauptstadt. Was geschieht da? Baut der Kreml jetzt in der EU eine Internationale der Nationalisten auf? Ist die Bundesrepublik von russischer Subversion bedroht? Die Veranstaltung informiert über die Russland-Strategien der westeuropäischen Rechten, beleuchtet die Hintergründe der russischen Unterstützung für AfD, FPÖ & Co. und blickt auf die Folgen.

Referent: Jörg Kronauer (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland, freier Journalist und Buchautor aus London)

Eine gemeinsame Veranstaltung des Antifa AK Köln und des AStA Uni Köln im Rahmen der monatlichen Veranstaltungsreihe Aspekte der Kritik