“Wenn wir streiken steht die Welt still!”

Heraus zum internationalen Frauen*streik!

In Köln sind wir Teil des Frauen*streikbündnis Köln. Unter dem Motto “Feminstisch. Queer. Antirassistisch.” treffen wir uns dort seit Mitte November mit unterschiedlichen Frauenorganisationen und anderen Aktivistinnen*, um lokale Aktionen rund um den Frauen*streik am 8. März zu organisieren und planen. Seit Januar gibt es verschiedene Veranstaltungen mit Analysen und Perspektiven auf und um den Frauen*streik von uns. Als nächstes steht am 23. Februar ein Inputveranstaltung in den materialistischen Feminismus mit der Basisgruppe Antifaschismus aus Bremen an. Ankündigung und alle Infos hierzu folgen.

Reasons for Resistance
Frauen* sind in den am geringsten entlohnten Sektoren noch immer völlig überrepräsentiert. Sie erhalten durchschnittlich 21% weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Sie verbringen durchschnittlich 164 Minuten am Tag mit Putzen, Kochen oder Bügeln, Männer gerade einmal 90 Minuten. Gewalt gegen Frauen* wird nach wie vor in den meisten Fällen im häuslichen Umfeld durch den Partner oder Ex-Partner verübt. Gut zwei Drittel der betroffenen Frauen* tragen psychische Störungen, wie Depressionen und Schlafstörungen davon.
Diese plakativen Ungleichheitsverhältnisse sind Grund genug, dass sich derzeit weltweit Frauen* organisieren, um dem Patriarchat den Kampf anzusagen. Wir wollen diese grausamen alltäglichen Konflikte auf die gesellschaftlichen Verhältnisse zurückführen, die diese Zustände erst ermöglichen. Wir sind als Subjekte gesellschaftlich bestimmt und nur über eine Bestimmung der Verhältnisse wird es uns möglich sein diese zu überwinden. Am 8. März wollen wir streiken, um gegen die Herrschaft des Patriarchats in all seinen Facetten mobil zu machen und das zusammen zu überwinden, was zusammen gehört: Für einen antikapitalistischen Feminismus! Für einen feministischen Antikapitalismus!

Aktuelle Infos zum Frauen*streik in Köln gibt es unter: frauenstreik-koeln.org oder bei Facebook.

Kurzes Radio-Interview mit Köln Campus zum Streik:

Gegen Sicherheitswahn, Staat und Kapital – gestern, heute, immer! Nein zum Polizeigesetz NRW!

Samstag, 8. Dezember 2018, 13 Uhr: DGB Haus, Friedrich-Ebert-Straße 34-38, Düsseldorf
Kommt zum Block der radikalen Linken gegen Rechtsruck und Repression der Kampagne Nationalismus ist keine Alternative.

Die autoritäre Formierung durchbrechen!

Der Protest gegen das neue Polizeigesetz geht in die zweite Runde! Der Gesetzestext hat sich zwar minimal geändert, unsere Kritik jedoch nicht!
Hier der Aufruf von NIKA NRW zur zweiten Großdemonstration gegen das neue Polizeigesetz am Samstag, 8. Dezember 2018 in Düsseldorf.

Die letzte Demonstration gegen das neue Polizeigesetz war die größte linke Demo, die Düsseldorf seit langer Zeit gesehen hat. Aber auch nach dem großen Erfolg auf der Straße, den wir beim letzten Mal erzielen konnten, steht in NRW die Einführung des neuen Polizeigesetzes immer noch auf der politischen Tagesordnung. Die schwarz gelbe Koalition wirbt damit, dass sie die „Sorgen der Bürger*innen“ berücksichtigt habe. Doch was wirklich passiert ist, ist, das einfach abgewartet wurde, bis das Thema aus der medialen Aufmerksamkeit verschwunden ist. Die Riesendemonstrationen, die in Bayern, NRW und Niedersachsen gegen die neuen Polizeigesetze insgesamt mehr als Hunderttausend Leute auf die Straße brachten, setzten diesen ein deutliches Zeichen der Ablehnung – zumal in diesem Sommer mit „Unteilbar“ und der Seebrücke noch andere linke, zivilgesellschaftliche Massenevents stattfanden. All das ist für die Fans der Faschisierung ein Grund, verunsichert inne zu halten. Doch dieses Innehalten wärt nicht ewig – wenn wir uns die kämpferische Dynamik wieder nehmen lassen, dürfen sich alle, die sich mit immer neuen autoritären Zumutungen durch den Staat nicht abfinden wollen, bald auf Taser und elektronische Fußfesseln freuen. Mit im Paket sind immer noch Staatstrojaner, Kontaktverbote und Hausverbote. Diese Maßnahmen sind keine Visionen aus irgend einer abstrakten Zukunft, sondern in den Ländern, wo die neuen Polizeigesetze schon verabschiedet sind, bereits Realität. Die Änderungen, die im neuen Polizeigesetz enthalten sind, sind lediglich kosmetischer Natur. Das grundlegende Änderungen unterblieben sind, ist kein Zufall. Schließlich spiegelt sich in dem Gesetz nicht nur ein politischer Trend. Es ist ein Ausdruck der grundlegenden Dynamik der bürgerlichen Gesellschaft. Hierzu haben wir bereits im Sommer ein paar Worte der Analyse verloren, die heute noch genau so gültig sind wie gestern. Weiterlesen

No Fame For The Old Game!

Antifaschistische Veranstaltungsreihe im Wintersemester 2018/19

„No fame for the old game“ ist eine Mitmachkampagne, welche sich im Sommer 2018 in Köln gegründet hat, um die Neue Rechte und ihre Netzwerke in Köln und darüber hinaus, zu fokussieren. Das heißt: ihren völkischen Rassismus ideologisch einzuordnen und ihre Aktivitäten kritisch zu begleiten. In Zeiten des gesellschaftlichen Rechtsrucks wollen wir verhindern, dass die Neue Rechte weder auf der Straße, noch in den Universitäten und Parlamenten Fuß fassen kann, um diesen voranzutreiben. „No fame for the old game“ versteht sich als ein Angebot einen Austausch zu beginnen, sich zu organisieren, zu vernetzen und eine kollektive politische Praxis zu entwickeln.

Laufende Infos auf dem Blog der Mitmachkampagne

Termine

Alt-Right und rechte Bewegung in Europa – Eine vergleichende Analyse – Jan Sperling
Wie funktioniert die amerikanische Alt-Right? Was sind ihre Strategien? In welchem Verhältnis stehen ihre Methoden zur europäischen Rechten?
Mo. 22.10.2018 – 19 Uhr, Uni – Seminargebäude (106) – S13

Aktuelle Strategien der extrem Rechten – Kollektiv vonnichtsgewusst
Das Kollektiv vonnichtsgewusst nimmt die aktuellen Strategien der extremen Rechten im Spannungsfeld von Stadtteilarbeit & Straßenkampf am Beispiel der „Identitären Bewegung“, „EinProzent“ & „AfD“ in den Fokus.
Fr. 26.10.2018 – 19 Uhr, AZ Köln – Luxemburger Straße 93

Die Identitären – eine Bewegung von rechts als Wegbereiterin einer anderen Republik? – Gudrun Hentges
Die Politologin Gudrun Hentges ordnet die ideologischen Hintergründe der Identitären Bewegung ein und analysiert ihre Kampagnen, Aktionsformen, Strategien und Zielstellungen. Beleuchtet wird die europaweite Vernetzung und die regionalen Verankerung., das Institut für Staatspolitik sowie die Verbindung zwischen den Identitären und der AfD.
Mo. 05.11.2018 – 19 Uhr, Uni – Hörsaalgebäude (105) – Hörsaal A2

get active! – Kneipenabend
Abseits der Veranstaltungen im ungemütlichen Hörsaal habt ihr die Gelegenheit die Kampagne in anderer Atmosphäre kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen und euch auszutauschen. Nach einem kurzen Input über die lokale Rechte veranstalten wir ein Kneipenquiz der etwas anderen Art.
Do. 15.11.2018 – 19 Uhr, LC 36 – Ludolph Camphausen Straße 36, Köln

Praxis gegen die neue Rechte – Podiumsdiskussion
Wir haben Genoss*innen aus Wien und Halle eingeladen, um gemeinsam Strategien gegen die Neue Rechte zu diskutieren. Zwischen Erfahrungsaustausch und Fragerunden könnt ihr euch einen Überblick über die Situationen vor Ort machen.
Sa. 01.12.2018 – 19 Uhr, AZ Köln – Luxemburger Straße 93

Die Deutsche Burschenschaft in der völkisch-autoritären Sammlungsbewegung – Sonja Brasch
Noch vor gut zehn Jahren drohte die Deutsche Burschenschaft in der politischen Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Mit dem Einzug der AfD in die Parlamente jedoch ergaben sich für die elitären und nationalistischen Studenten neue Karriereoptionen. Ein Blick auf die Entwicklung des aktuellen Rechtstrends zeigt: die Burschenschafter haben dabei an wichtigen Stellen mitgewirkt.
Mo. 10.12.2018 – 19 Uhr, Uni – Hörsaalgebäude (105) – Hörsaal A2

Für ein Klima des Aufbruchs – RWE enteignen. Kapitalismus überwinden.

Wir waren heute zusammen mit 50.000 Menschen für den Kohleausstieg in und um den #HambacherForst unterwegs. Von der riesen Kundgebung bewegten sich mehrere Ende Gelände-Finger Richtung Wald. Dort angekommen wurde der Forst wieder besetzt und der lächerliche Graben um den Wald zugeschüttet.

Was im Hambacher Forst in der letzter Zeit geschah, ist gewaltig. Trotz des breit getragenen und die Medienlandschaften dominierenden Widerstands und des tödlichen Unglücks im Wald wird der Irrsinn fortgesetzt. Im Auftrag der Landesregierung Hand in Hand mit RWE räumt die Polizei Baumhäuser, fällt Bäume und nimmt die Lebensgefahr und selbst den Tod von Aktivist*innen billigend in Kauf. Nun, da die Polizei angibt, die letzten Baumhäuser geräumt zu haben, will RWE endlich ungestört den Wald roden. Der Wald soll mit einem Zaun und einem Graben umfriedet werden, um weiteres Betreten unmöglich zu machen. Zwar ist die Räumung nun nach neuesten Informationen als ausgesetzt erklärt, ob dies jedoch lediglich einen Zeitgewinn und einen Versuch der Spaltung der Bewegung darstellt, muss sich erst noch erweisen. Weiterlesen

Die Reaktion in der Redaktion

Zur Berichterstattung im Rechtsruck

Im Rechtsruck normalisieren sich rechte Stichworte und Positionen zunehmend. Warum nicht alles, was der rechte Rand von sich gibt, einfach abgedruckt werden sollte, und warum dies oftmals trotzdem passiert, berichten wir in einem Kommentar in die Sommerpause.

Ein selten thematisierter, jedoch weitreichender Effekt des Rechtsrucks ist die veränderte Darstellung völkischer und sonstiger rechtsradikaler Parteien und Gruppierungen in den Medien. Diese Transformation verdeutlicht sich in einer zunehmend unkritischen Rezeption rechtsradikaler Positionen. Als Folge dieser Rezeption gliedern die Medien solche Positionen immer weiter in die politische Debatte ein.

Der Rechtsruck und die damit verbundene Vorherrschaft rechter Stichworte normalisiert und legitimiert autoritäre Positionen. Dieser Prozess geht auch an den Redaktionen nicht spurlos vorbei. In den verschiedenen Presseorganen haben diese Aufwind, wie die jüngste Debatte um die Legitimität des Sterbenlassens im Mittelmeer, angestoßen von Miriam Lau in der Zeit, zeigte.

Die Presse büßt zeitgleich im Rahmen des rechten verschwörungstheoretischen Angriffs auf ihre Berichterstattung („Lügenpresse“) auch ihre liebgewonnene Deutungshoheit teilweise ein. Die Schreiber*innen verwechseln den rechten Angriff mit einer (dringend notwendigen) Medienkritik. Um den besorgten Bürger zu besänftigen, wird das Abdrucken und Darstellen von dessen Ressentiments als Antwort geliefert. Der Abdruck, den das Abdrucken in der Gesellschaft hinterlässt, ist die legitime Teilnahme von völkischen, rassistischen Positionen an der gesellschaftlichen Debatte. Dies ist ein großer, von der radikalen Rechten sehnlich erwarteter Schritt auf der Stufenleiter zur Normalisierung und zum politischen Erfolg. Es entsteht eine Darstellung der rechten Akteur*innen, die sich ob der Nähe zu ihnen differenziert gibt, aber letztlich verharmlosend ist. Wer sich in die kritische Auseinandersetzung mit deren Ideologie und Politik begibt, kann hierzu nicht die Rechten selbst fragen, sondern sollte sich an die kritischen Forscher*innen wenden, die diese Ideologie und ihre gesellschaftlichen Grundlagen analysiert haben.

Der Lokalteil

Das diese Tendenz nicht nur in den großen Redaktionen der Republik stattfindet, sondern auch den journalistischen Nachwuchs bewegt, zeigt ein lokales Kölner Beispiel. Die Kölner Studierendenzeitung (KSZ) macht in ihrer aktuellen Aufgabe auf mit einem Artikel über studentische Verbindungen. Zwar geht die KSZ mit erkennbar kritischem Anspruch an die Sache heran, scheitert aber bei der Umsetzung. Kritiker*innen der Verbindungen kommen nur kurz zu Wort, den überwiegenden Teil der Darstellung liefern die Verbindungsstudenten selbst. Weiterlesen