Gegen das Vergessen – Solingen 1993 & rechte Gewalt bis heute.

Vortrag von Meryem Mesfin, Mevlüde Genç Fellow
🗓️Dienstag, 13. Oktober 2026
📍Hörsaal VI (Hauptgebäude) Uni Köln
⏰Einlass 18:30 Uhr – Beginn 19:00

Der rassistische Brandanschlag in Solingen auf das Haus der türkischen Familie Genç am 29. Mai 1993 gehört zu den schwersten rechtsextremen Gewalttaten der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Fünf Menschen wurden ermordet, zahlreiche weitere Familienmitglieder schwer verletzt. Dennoch ist das Wissen über die Tat und ihre gesellschaftlichen Hintergründe heute oft lückenhaft.
Die Erinnerung an Solingen endet nicht im Jahr 1993. Sie reicht bis zu den NSU-Morden, nach Hanau und zu den vielen Betroffenen rechter Gewalt in Deutschland bis heute. Meryem Mesfin, Teilnehmerin am Mevlüde Genç Fellowship und politische Bildungsreferentin, ordnet für uns in ihrem Vortrag die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der damaligen Zeit ein – wie konnte es so weit kommen, was hatte die politische Stimmung mit der Tat zutun, was geschah danach? – und beleuchtet die Kontinuitäten rechter Gewalt bis in die Gegenwart. Sie erzählt uns auch davon, wer Mevlüde Genç war und was Erinnern und Handeln angesichts aktueller erneuter faschistischer Entwicklungen bedeuten.
Wir erinnern an
Gürsün ince (27)
Hatice Genç (18)
Gülüstan Öztürk (12)
Hülya Genç (9)
Saime Genç (4)
und alle weiteren Opfer rassistischer und rechtsextremistischer Gewalt.

Redebeitrag auf der Knastkundgebung für Clara und alle inhaftierten Gefangenen

Die Knäste und Gerichtssäle sind voll mit Antifaschist*innen:
München, Dresden, Leipzig, Berlin, Düsseldorf, Wuppertal, Duisburg, Paris und natürlich Budapest. Der Budapestkomplex ist überall. In all diesen Städten fanden und finden Prozesse statt. In diesen Städten und noch vielen mehr, sitzen Antifaschist*innen in Knästen, die mit dem Budapestkomplex in Kontakt gebracht werden. 
    
Die Gerichtsverhandlungen finden in ganz Europa statt. Die Antifaschisten Zaid und Gino sind akut von Auslieferung bedroht. Der eine nach Ungarn, der andere nach Deutschland. Bisher war Deutschland im Fall von Maja das einzige Land, was bereitwillig ausgeliefert hat, auch wenn es sogar im “rechtsstaatlichen” Sinne illegal war. Aber bei Gino, einem Antifaschisten mit unklarer Staatszugehörigkeit drückt auch Frankreichs Justiz beide Augen zu. Antifaschismus ist für die Justiz schon schlimm genug, aber ohne Papiere wird man zum Spielball für Europas Abschiebepolitik. Antifaschismus hat sich schon länger gezeigt ist internationaler denn je. 

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Knastkundgebung an der JVA Ossendorf

📢 Am 14.9. werden wir uns gemeinsam an der JVA Ossendorf treffen und unserer Solidarität mit den dort Inhaftierten mit Redebeiträgen und Musik Ausdruck verleihen. In Deutschland, wie weltweit, wird Strafe und Freiheitsentzug noch immer als legitimes Mittel von Staat und Behörden betrachtet. Gefangen zu sein ist immer eine menschenunwürdige Bedingung. In vielen Fällen ist eine Gefängnisstrafe aber auch Ausdruck sozialer Ungerechtigkeit, sodass überproportional viele von Armut betroffene und rassifizierte Menschen inhaftiert werden.

In der JVA Ossendort ist auch die Antifaschistin Clara inhaftiert, Angeklagte im Budapest-Komplex. Mit einer Kundgebung vor Ort wollen wir Clara und allen weiteren Gefangenen Kraft geben. Wir kämpfen für eine Welt ohne Repression und ohne Strafe. Eine Welt in der Antifaschist*innen und auch sonst niemand Unterdrückung und Haft fürchten muss. Lasst uns dafür zusammenkommen und den Gefangenen zeigen, dass wir sie nicht vergessen!

Free all antifas! Abolish all prisons! ✊🏽

Was passiert in Sachsen-Anhalt?

Genoss*innen erzählen:
Was ist Sachsen-Anhalt eigentlich?
Und was passiert dort gerade im Angesicht von AfD Mehrheiten und rechter Mobilisierung?
Wie kann es für eine radikale Linke weitergehen?

Durch die anstehenden Wahlen in aller Munde,
entwickelt sich ein medial abstraktes Droh-Szenario einer möglichen AfD-Regierung.
Eine solche wird ganz reale Konsequenzen für Lebensrealitäten vor Ort haben. Sachsen-Anhalt steht vor einer gesellschaftlichen Tendenz, die
– egal wie die Wahl ausgeht – nicht einfach
verschwindet: Sozialabbau, der Ausbau des
Repressionsapparates, Abschiebungen, Anti-feminismus und eine Kulturpolitik von rechts.

Eine AfD-Regierung wird diese Zuspitzung verstärken und damit eine besondere Gefahr darstellen: Inanspruchnahme staatlicher Machtmittel, umfassende Angriffe und Repressionen auf emanzipatorische Strukturen und Projekte.
Der Vortrag soll über Ängste, Verzweiflung und Wut reden, aber auch, warum uns gar nichts anderes übrig bleibt, als trotzdem weiterzumachen.

Wann? 13.08.26 18 Uhr

Wo? AZ Köln

Neben dem Vortrag als Input möchten wir auch mobilisieren.

Kommt am Vorabend der Landtagswahl am 05.09.2026 zur Demonstration
„ANTIFA BLEIBEN“ nach Halle (Saale).
Um gemeinsam mit den Genoss*innen vor Ort
eine linksradikale Perspektive auf die Straße zu tragen!

Antifaschismus verteidigen! – Nanuk spricht über Repression und Haftbedingungen

Veranstaltung der Budapestsoligruppe-NRW:

Das repressivste Mittel des Staates gegen politische Aktivist*innen ist der Knast.

Repressionen waren schon immer ein sinvolles Mittel eines autoritären Staates, um Aktivismus zu bekämpfen. Die wohl repressivste Form ist der Freiheitsentzug. Obwohl viele Tausende Menschen in deutschen Knästen eingesperrt sind, dringen Knastalltag, Zwangsarbeit und die dort herrschende Willkaum kaum aus den Mauern nach außen.

Nanuk, der im Verfahren des zweiten Antifa Ost Verfahrens, 554 Tage in Untersuchungshaft saß und Ende April frei kam, wird über seine Erfahrungen in deutschen Knästen sprechen.

Wann? 24.08.26 19 Uhr

Wo? Naturfreundehaus Kalk

Wir freuen uns auf euch!