Kritische Orientierungswoche 2020!

Dieses Wintersemester gibt es an der Uni Köln wieder eine kritischen Orientierungswoche mit Veranstaltungen die einen Blick auf die Zustände an der Universität und die der Gesellschaft, in der diese existiert, wirft. Der Antifa AK organisiert zwei Veranstaltungen. Wir freuen uns wenn ihr reinschaltet. In diesem Sinne: Welcome to the (Zoom) Machine!

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Alle Burschenschaften auflösen! Mit den Faschisten der Kölner Burschenschaft Germania anfangen!

Am 28. August gab es einen antisemitischen Angriff im Haus einer Heidelberger Burschenschaft, an dem auch Mitglieder der “Germania Köln” beteiligt gewesen sein sollen. Das Opfer erstattete Anzeige, am 2.9. kam es deshalb zu einer polizeilichen Hausdurchsuchung. Danach wurde von den Burschen und ihren Seilschaften eifrig Schadensbegrenzung betrieben. Angeblich wurde die Aktivitas (Mitglieder die sich noch im Studium befinden) aufgelöst. Eine Heidelberger Antifa-Recherchegruppe hat aber weiterhin Aktivitäten festgestellt und letzte Woche eine ausführliche Recherche rausgehauen. Dabei wurde auch ein undatiertes Foto geleakt, welches den Kölner Burschenschafter Lars S. beim Hitler-Gruß zeigt. Neben ihm sitzt der ehemalige Geschäftsführer eines regionalen Energieversorgers Markus P. Dieser wurde dank der Recherche mitlerweile gefeuert. Antifa wirkt eben!

Die Kölner Burschenschaft “Germania” ist seit Jahrzehnten ein Zentrum der Reaktion in Köln. Nachdem es eine ganze Zeit eher ruhig um die Burschenschaft geworden war, nahmen die Aktivitäten mit dem Aufstieg der AfD und der Identitären Bewegung wieder zu. In beiden Fällen gibt es auch personelle Überschneidungen. So waren auch Germanen wie John H. an der parteiinternen Gründung eines Akademikerverbandes beteiligt. Im Mai veröffentlichte die “Antifa Recherche Köln” einen ausführlichen Artikel über die enge Verzahnung der Germania mit der Identitären Bewegung (IB). Während ihrer aktivsten Zeit durfte die IB Köln regelmäßig das Burschenschaftshaus am Bayenthalgürtel für ihre Stammtische nutzen. Am 20.04.2020, dem Jahrestag von Hitlers Geburtstag am 20.04.1889, fand im Haus der Germania ein Saufabend statt.

Das eindeutige Bekenntnis zum Nationalsozialismus und die Beteiligung an einer antisemitischen Gewalttat sind nur die Spitze des Eisbergs! Burschenschaften sind nicht einfach nur Ausdruck einer unappetitlichen Gesinnung und Kultur, sondern Teil einer reaktionären, rechten Offensive.

Mehr Hintergründe und Quellen:

Interview mit den Genoss*innen der Antifaschistischen Initiative Heidelberg (iL)

– Antifa Recherche Köln zu den Verbindungen von Burschenschaft und IB
– Recherchegruppe “Stückgarten fräsen” zu den forgesetzten Aktivitäten der Normannia

– Autonome Antifa Freiburg: “Korporierte in der AfD gründen Akademikerverband”

PM: Sechs Monate nach dem Terror von Hanau – Lautstarke Demonstration in Köln-Mülheim

Pressemitteilung
Köln, Do. 20.09.2020
Bündnis “Hanau ist überall”

Sechs Monate nach dem Terror von Hanau – Lautstarke Demonstration in Köln-Mülheim

– 800 TeilnehmerInnen zogen von der Keupstraße zum Wiener Platz
– TeilnehmerInnen gedenken der Opfer und fordern Aufklärung und Gerechtigkeit

In Köln fand am gestrigen Abend eine Demonstration anlässlich des Anschlags von Hanau vor 6 Monaten statt. Zeitgleich fanden in 40 Städten in ganz Deutschland weitere Gedenkveranstaltungen statt, in Großstädten wie Berlin und Stuttgart, ebenso wie in Goslar oder Krefeld. Bei dem rassistisch motivierten Anschlag erschoss ein Täter neun Menschen mit Migrationsgeschichte. Mit einer Demonstration die von der Keupstraße zum Wiener Platz in Köln-Mülheim zog, machte ein breites Bündnis antirassistischer Gruppen auf den Mord und die fehlenden Konsequenzen aufmerksam. Die Sprecherin Tuğba Bakrci erklärte dazu:

“Wie schon vor sechs Monaten haben wir uns an der Keupstraße versammelt, um gemeinsam der Opfer des Anschlags von Hanau zu gedenken. Dieser Ort steht wie kaum ein anderer in Köln für die mörderische Gefahr die von Rassismus und Faschismus ausgeht, aber auch für Zusammenhalt und Solidarität.” Weiterlesen

Demo am 19.8. Sechs Monate nach dem 19. Februar: Erinnerung -Gerechtigkeit -Aufklärung -Konsequenzen!

Plakat für Demonstration Demonstration am Mittwoch, 19. August 2020 um 18:00 | Keupstraße, Köln-Mülheim | FB-Event

Wir werden am 19. August – 6 Monate nach den rassistischen Morden in Hanau – auf die Straße gehen und unsere Wut über den rechten Terror zum Ausdruck bringen.

Aufruf des Demo-Bündnisses:

Vor 6 Monaten wurden in Hanau 9 Menschen durch einen Rechtsterroristen kaltbultig erschossen. An mehreren verschiedenen Tatorten schoss der Täter gezielt auf Menschen mit Migrationshintergrund. Dieses und noch etliche weitere rechtterroristische Taten sind weder Einzelfälle noch Randerscheinungen.
Der Rechte Terror, die Organisierung rechter Gruppierung innerhalb der Polizei und der Bundeswehr sind längst keine Einzelfälle mehr. Die Zeitspanne zwischen Attacken von Rechts werden immer enger. Halle, Kassel, Hanau, all das sind Anschläge auf Menschen, auf uns, auf die Gesellschaft. Wir wissen, der Rechte Terror hat Geschichte und hat nie aufgehört. Der Rechte Terror erhält seinen Rückhalt von der Politik und den Medien, die ganz offensiv gegen Schutzsuchende hetzen und versuchen, mit rassistischer Hetze von einer Debatte um soziale Ungleichheit abzulenken. Auch die Reaktion und die Maßnahmen der Politik auf den Rechten Terror und seine Organisierung innerhalb staatlicher Institutionen ist spätestens nach dem Urteil im NSU Prozess nicht mehr verwunderlich. Nicht ohne Grund fragt die Initiative 19.Februar in ihrer Stellungnahme wie folgt “Unsere Frage an die Politik und die Behörden: worauf wartet ihr eigentlich, wenn nicht auf den nächsten Anschlag?”.

Eins steht fest! Wir werden nicht auf den nächsten Anschlag warten! Wir fordern Aufklärung und Konsequenzen. Wir werden zeigen, dass wir viel stärker sind und uns nicht spalten lassen.Denn wir wissen, was die wahren Ursachen für den immer weiter steigenden rechten Terror in Deutschland sind. Rassismus ist ein Problem der gesamten Gesellschaft. Und rechter Terror eben immer ein Angriff auf unser aller Zusammenleben. Es ist notwendig, dass im antirassistischen Kampf auch diejenigen, die nicht von Rassismus betroffenen sind teilnehmen, denn nur gemeinsam sind wir stark. Sozialabbau, Privatisierung öffentlicher Lebensbereiche, Milliarden für Bankenrettungen, unbezahlbare Wohnungen und schlechten Arbeitsbedingungen ist die Politik von Staat und Konzernen, die sie auf den Schultern der Migranten, Geflüchteten und Werktätigen austragen. Ihre Politik der Armut wird mit dem Rassismus, den sie verbreiten, überdeckt. Diese Politik ist für uns tödlich! Sie nimmt uns entweder das Brot zum Leben oder die Luft zum Atmen!