Alles muss man selber machen! Gespräch mit Christopher Wimmer

Die Welt brennt! Krieg und Militarisierung nehmen Einfluss auf unser Leben. Den Krieg der USA gegen den Iran bezahlen wir an der Tanksäule. Unsere Kinder müssen in Zukunft bei der Bundeswehr nachfragen, ob es OK ist, dass sie für ein Jahr „Work and Travel“ nach Australien reisen. Als wäre das alles nicht schon beschissen genug: Wird die Luft für emanzipatorische Bewegungen immer dünner. Die Selbstverwaltung in Rojava wird massiver denn je bedroht, und in Deutschland werden drakonische Gefängnisstrafen für Antifas gefordert. Das zeigt auf: Auf Staat und Kapital können wir uns nicht verlassen!
Es ist Zeit, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Denn: „Alles muss man selber machen.“ Von den Straßen Paris 1871 bis hin nach Rojava ist die Geschichte voll von Menschen, die nicht nur gesagt haben: „Es reicht!“, sondern angefangen haben, selbstorganisierte Räte von unten aufzubauen und das Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Wie kann man ein Leben ohne Staat aufbauen? Wie entstehen Rätebewegungen? Was können wir aus der Geschichte der Räte lernen?
Das versuchen wir im Gespräch mit @Christopher Wimmer herauszufinden.
Der AK Antifa und iL Köln
Wann? Um 19 Uhr
Wo? In der Alten Feuerwache
Sehen wir uns dort?
(Christopher Wimmer geht in seinem neuen Buch „Alles muss man selber machen“ der Geschichte der Rätebewegung nach. Überall entstanden im Zuge sozialer Konflikte und Aufstände Räte: selbstorganisierte Zusammenschlüsse in allen gesellschaftlichen Bereichen, die nicht nur protestieren, sondern beginnen, das gesamte Leben neu zu gestalten. Dieses Buch bringt Geschichte zum Sprechen: mit Geschichten von Mut, Hoffnung, aber auch Niederlagen. Es fragt, was wir von den Rätebewegungen vergangener und heutiger Tage lernen können.)

Im Viertel, auf der Straße, in der Klinik: Kämpfen in der Krise – nur wie?

Am 2.12.2022 um 19 Uhr in der Alten Feuerwache

Meteorologisch gesehen neigt er sich langsam dem Ende: Der „heiße Herbst“. Seit Monaten bereitet sich die gesellschaftliche und radikale Linke auf sich zuspitzende Krisen, Unmut und Auflehnung gegen die Verhältnisse in der Gesellschaft vor und damit auf die Notwendigkeit sich aus dem Post-Covid-Stillstand wieder ins Handgemenge zu stürzen. Und auch wenn dieser Herbst nicht erfüllt, was wir erwartet haben, und bald vorbei sein mag – die Krisen und die Notwendigkeit zu kämpfen sind es nicht.

Wie wir als Linke dem heißen Herbst begegneten und andere Menschen überzeugen wollten mit uns zu kämpfen, unterschied sich. Nach den ersten Erfahrungen, die wir dabei gesammelt haben, braucht es nun eine gemeinsame Diskussion, um uns auf all das vorzubereiten was noch kommt:

Wie kann und muss die Linke auf Krisen reagieren, die uns alle hart treffen werden? Und wie auf die Vereinnahmung von Rechts? Wie soll sie mit fehlender Mobilisierungskraft und gesellschaftlichen Vertrauensverlusten in linke Antworten umgehen? Warum halten wir Stadtteilarbeit, gewerkschaftliche Kämpfe, zivilen Ungehorsam oder Diskursintervention für die richtigen Mittel? Was hat sich bislang als sinnvoll erwiesen und was waren vielleicht die falschen Ansätze?

Lasst uns dafür zusammenkommen und diskutieren mit unseren Gästen:

Kira Hülsmann (Intensivpflegerin an der Uniklinik Köln)
Franziska Heinisch (Autorin und aktiv bei Justice is Global)
RWE & Co. Enteignen
Frauen gegen Erwerbslosigkeit (angefragt)
mit einem Beitrag von Don’t Pay UK