DKhKvTSW4AAJXtV

Spontandemo gegen AfD und Rechtsruck am Wahlabend

In Köln sind am Wahlsonntag (24.09.2017) 700 Menschen den Aufruf zur Demonstration gegen den Einzug der völkisch- autoritären AfD in den Bundestag gefolgt. Die Demo zog kämpferisch vom Hauptbahnhof durch die Kölner Innenstadt. Auch in anderen Städten hatten Demonstrationen stattgefunden. So zogen in München rund 100 Leute vor die Wahlparty der AfD. In Sachsen gab es Demos in Leipzig mit rund 500 Leuten zum Rathaus. In Dresden zogen rund 250 Leute durch die Innenstadt. In Berlin waren zeitweise bis zu 2000 Leute auf den Straßen. In Hamburg lief ein Demonstrationszug in Richtung Rathaus und zur örtlichen AfD-Parteizentrale. Rund 600 Leute sorgten dafür, dass die Wahlparty letztendlich beendet werden musste. In Göttingen gingen rund 300 Menschen auf die Straße.

Jan Sperling, Sprecher der Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative“ sagte dazu:

„Das die AfD eine völkische autoritäre Partei ist, wissen wir nicht seit gestern. Jetzt hat Alexander Gauland gesagt, dass man wieder stolz auf die Wehrmacht sein soll. Vorher hat Björn Höcke das Holocaust-Mahnmal als Schande bezeichnet. Davor wollte Frauke Petry den Begriff des Völkischen retten. Es ist schon jetzt wieder normal geworden, in der großen Arena der bundesdeutschen Demokratie Nazi-Slang zu reden. Es ist immer noch, auch in einer Partei, in der Holocaustrelativierung so normal ist wie der morgendliche Gang zum Briefkasten,von verschiedenen Flügeln die Rede. Und deren nationalkonservativer Flügel scheint ja in den Augen der Mehrheitsgesellschaft irgendwie noch achtbar zu sein. Die größte Sorge der bürgerlichen Parteien scheint zu sein, wie sie das Programm der AfD möglichst genau umsetzen können, um ihnen die Wähler*innen wieder abzujagen, die sie an sie verloren haben. Doch auch wenn die AfD 30,40, 50 % der Wählerstimmen hat, wird sie niemals legitim sein. Es gibt Dinge, die werden niemals richtig, egal wie viele Menschen sie behaupten. Völkischer Nationalismus, wie er von der AfD propagiert wird, gehört dazu.“

Aufgerufen hatten im Vorfeld die Kampagne Nationalismus ist keine Alternative NRW, sowie andere antifaschistische und antirassistische Gruppierungen, darunter das Bündnis Köln gegen Rechts und die Gruppe queergestellt. Am Ende der Demo rief eine Vertreterin der BezirksschülerInnenvertretung (BSV) zu Aktionen gegen die drohende Abschiebung von Mitschüler*innen auf.